Wer seine Publikation in einer wissenschaftlichen Zeitschrift Open Access veröffentlichen möchte, entrichtet häufig Publikationsgebühren, sogenannte Article Processing Charges, zur Deckung der Kosten für redaktionelle Abläufe, Marketing und Qualitätskontrolle. Mit dem Aufkommen von Open Access Publikationsmodellen treten auch unseriöse Zeitschriften auf den Publikationsmarkt. Sogenannte "Predatory Journals" fordern Publikationsgebühren für redaktionelle Leistungen ein, welche sie nicht oder in minderer Qualität erbringen. Diese unethischen Geschäftspraktiken schaden nicht nur der wissenschaftlichen Publikationslandschaft und Open Access, sondern sind auch für die Reputation der Autor*innen nicht ohne Folgen.
Bei der Suche nach einem geeigneten Zeitschrift für die Publikation lohnt es sich aufmerksamer zu sein, insbesondere wenn die Zeitschriften nicht bekannt sind und folgende Aspekte bemerkt werden:
Korrespondenz
- Aufforderung zu Einreichung per Mail bei unklaren Kontaktdaten und fehlendem Einreichungssystem
- Mailverkehr mit generalisierter Anrede und automatisch generierten Mails
Zeitschrift
- Titel beginnt mit International, Global, World, American, European, Advanced Journal of… und/oder ist einem bekannten Journal sehr ähnlich
- Webseite und Artikel enthalten Werbung und sind minderwertig gelayoutet
- Irreführende oder innexistente Kennzahlen: ISSN (Link ISSN: portal.issn.org) ist nicht eingetragen, eigener Impactfaktor, Gründungsdatum und Ausgabeanzahl unbekannt
- Keine Archivierung der bereits publizierten Ausgaben
- Editorialboard ist fachfremd, nicht aufgeführt oder dessen Mitglieder können nicht bzw. mit anderer Affiliation gefunden werden.
Publizieren
- Schneller Publikationslauf kann auf mangelnde Qualitätskontrolle und fehlendes Peer Review Verfahren hinweisen.
- Fehlende Lizenzen und Nutzungsvereinbarungen.
- Intransparente Publikationskosten
Bei Zweifeln sollte geprüft werden, ob die Zeitschrift
- im Directory of Open Access Journals (DOAJ) verzeichnet ist
- in relevanten (Fach-)Datenbanken referenziert wird
- der Verlag Mitglied bei "Open Access Scholarly Publishers Association" (OASPA) oder "Committee on Publication Ethics" (COPE) ist?
- in Cabells Predatory Reports beanstandet wird (nur im Rechnernetz der Uni Basel)
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an openaccess@clutterunibas.ch