
Die Universitätsbibliothek Bern, die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern, die Zentralbibliothek Zürich und die Universitätsbibliothek Basel haben in Zusammenarbeit mit Google Books zwischen 2020 und 2025 einen grossen Teil ihrer Bestände aus dem 18. und 19. Jahrhundert digitalisiert (siehe dazu die Projektseite des Schwesterprojekts Google Books). Daraus ist die grösste retrodigitalisierte mehrsprachige Sammlung in der Schweiz entstanden, gut 140 Millionen Seiten. Im Projekt "Books as Data - Swiss Google Books for Research" haben die vier beteiligten Bibliotheken eine Plattform entwickelt, um dieses grosse digitale Textkorpus als Ganzes zu präsentieren und sein Potenzial für Forschung und Lehre voll auszuschöpfen: books-as-data.ch
Die gescannten Bücher sind zwar bereits über Google Books zugänglich, die neue Plattform schafft jedoch in drei zentralen Punkten Mehrwert:
Books as Data versteht sich als integraler Bestandteil der bereits vorhandenen Schweizer Portallandschaft zu retrodigitalisierten historischen Beständen und erweitert diese insbesondere durch die Masse der zugänglichen Werke. Die Plattform ist daher auch ein weiterer Schritt hin zu einem digital zugänglichen Korpus eines repräsentativen Teils aller alten Drucke aus Schweizer Bibliotheken und nimmt diese Rolle aktiv als Nachweisinstrument auf.
Die Grundzüge der Plattform wurden 2024 in einem Vorprojekt festgelegt. Ein zentraler Baustein dazu war eine Reihe von Interviews, die das Projektteam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung und Lehre geführt hat. Mit den Aussagen der Interviewpartnerinnen und -partner konnte das Team eruieren, welches die zentralen Anforderungen an die Plattform sind.
Basierend auf diesen Erkenntnissen sowie einer Evaluation bestehender vergleichbarer Plattformen und der vorhandenen Infrastruktur wurde das aktuelle Plattformdesign gewählt. Dieses soll sich einerseits auf die Präsentation der Sammlung und die Suche, andererseits auf die Bereitstellung von Datenschnittstellen konzentrieren. Die Aufbereitung für konkrete Forschungsfragen wird hingegen bewusst der Forschung überlassen, weswegen das Portal keine fest integrierte Forschungsumgebung beinhaltet.
Im Hauptprojekt, das seit Anfang 2025 bis 2027 läuft, wird die von den vier Bibliotheken getragene Webplattform “Books as Data” (books-as-data.ch) entwickelt. Diese soll über die Projektlaufzeit hinaus in stabile Organisations- und Finanzierungsstrukturen überführt werden. Die Entwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Informatik der UB Basel und baut auf vorhandenen Bausteinen auf.
Eine initiale öffentliche Version der Plattform ging im September 2026 online. Anhand dieser ersten Version soll der Kontakt mit interessierten Forschenden fortgesetzt und intensiviert werden, um Feedback zu erhalten und in der Weiterentwicklung des Projekts 2027 einzuarbeiten.
Darüber hinaus sollen neue Methoden der Analyse, Aufbereitung und Anreicherung der Daten erprobt und umgesetzt werden, um den Bestand bestmöglich zugänglich zu machen. Zudem wird die Sammlung mit verwandtem Material in Verbindung gebracht, indem dokumentiert wird, welche Objekte aus dem Zeitraum 1700-1900 über das Projekt hinaus digital zugänglich sind. Diese werden interoperabel via IIIF eingebunden.
Projektdauer: Vorprojekt 2024, Umsetzung 2025-2027
Umfang: 450'000 Bände aus dem Zeitraum von 1700 - ca. 1900, rund 140 Millionen Seiten
Projektpartner: Das Projekt findet in Kooperation mit der UB Bern, ZHB Luzern, ZB Zürich sowie Google Books statt.
Finanzierung: Das Vorprojekt wird aktuell mit IVIT (Informationsversorgung und Informationstechnologie) Mittel der Universität Basel mit zwei Projektstellen finanziert. Die Projektpartner leisten zusätzlich eine Anschubfinanzierung für den Aufbau des Portals.
Vorgängerprojekte: Google Books
Ähnliche Projekte: Rich Data Viewer, Zeitungsdigitalisierungsprojekt, Digitales Langzeitarchiv