Medienmitteilung, 3. Juni 2026

Ein Paradebeispiel der Architektur der Moderne
Ausstellung «Ein Entwurf macht Schule. Hannes Meyers und Hans Wittwers Beitrag zum Architekturwettbewerb für die Petersschule in Basel wird 100 Jahre alt»

Am Peterskirchplatz in Basel steht ein lichtblaues Schulhaus, das 1928/29 der Architekt Hans Mähly gebaut hat. Es hätte auch anders kommen können. Im Rennen war ein Wettbewerbsbeitrag, der Architekturgeschichte schreiben sollte: der Entwurf für die Petersschule der Architekten Hannes Meyer (1889–1954) und Hans Wittwer (1894–1952). Die beiden Basler zog es kurz darauf ans neu eröffnete Bauhaus in Dessau, wo Hannes Meyer als Nachfolger von Walter Gropius 1928 zum Direktor berufen wurde. 

Die Ausstellung gibt Einblicke in das Leben und Werk von Hannes Meyer: von seiner Kindheit und Jugend in Basel über den Bau der wegweisenden Genossenschaftssiedlung Freidorf in Muttenz und seine Studienreisen bis zu seiner Zeit in Dessau, in der Sowjetunion und in Mexiko sowie seinen letzten Jahren im Tessin. 

Den Mittelpunkt der Ausstellung bildet das Architekturmodell des überarbeiteten Entwurfs der Petersschule Basel. Es wurde für die Ausstellung anlässlich seines hundertsten Geburtstages «Hannes Meyer - 1898-1954 - architekt urbanist lehrer» gebaut. In der Überarbeitung wurde der Baukörper als Stahlbetonkonstruktion klarer gegliedert und durch eine aussenliegende freitragende Treppenanlage erschlossen. Die diagonal über den gesamten Baukörper geführte Treppe verstärkte den dynamischen Ausdruck des Entwurfs. Auch die zweigeschossige Terrassenanlage wurde konstruktiv verfeinert; die Dächer von Haupt- und Nebentrakt waren als nutzbare «Freiflächen für die Jugend» konzipiert.

Publiziert in der Zeitschrift bauhaus Nr. 2 (1927) in Dessau, wurde der überarbeitete Entwurf in der internationalen Fachwelt bekannt – und mit ihm die beiden Basler Architekten Hannes Meyer und Hans Wittwer. Der Entwurf war eines der kühnsten Konzepte des neuen Schulhausbaus der 1920er-Jahre und orientierte sich am architektonischen Konstruktivismus der Sowjetunion. Die ungewöhnliche Form des Schulhauses, ein Skelett-System aus Stahl und Beton, und seine innere Organisation stellte mit architektonischen Mitteln die anbrechende neue Zeit dar. Die Architekten suchten eine gestalterische Lösung, die dem Erziehungsideal einer allseitig gebildeten Jugend dienen sollte. 

Der Entwurf gilt als wesentlicher Beitrag zur Reformierung des europäischen Schulhausbaus und steht in einer Reihe mit Projekten des Neuen Bauens der deutschen Architekten Ernst May, Max Taut, Walter Gropius, Franz Schuster, Otto Haesler sowie des niederländischen Architekten Johannes Duiker.

Presserundgang

Donnerstag, 11. Juni, 14 Uhr
Um Anmeldung wird gebeten: pr-ub@unibas.ch

Für Rückfragen

Ernst Spycher
Dipl. Architekt HBK/SIA, Kurator der Ausstellung
info@e-sp.ch
+41 79 544 34 48

Ausstellungsdauer

12. Juni bis 18. November 2026 

Ort

UB Hauptbibliothek, Ausstellungsraum 1. OG

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 8.00 bis 19.30 Uhr
Samstag 10.00 - 19.30.00 Uhr

Eintritt frei

Bildmaterial

Hannes Meyer und Hans Wittwer, 1926

Hannes Meyer und Hans Wittwer, 1926

Anlagestelle 1922-23

Anlagestelle 1922-23 – Architekt: Nikolai Landowski

Wettbewerbsentwurf Petersschule, 1926

Wettbewerbsentwurf Petersschule, 1926 - Fotografie: ETH Zürich - Institut gta

Überarbeiterter Wettbewerb, 1927

Überarbeiterter Wettbewerb, 1927 - Plankopie: ETH Zürich - Institut gta

Überarbeiterter Entwurf, 1927. Plankopie: ETH Zürich - Institut gta

Überarbeiterter Entwurf, 1927. Plankopie: ETH Zürich - Institut gta

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