Thomas Grob ist Vizerektor Lehre an der Universität Basel und vertritt die Geschäfte der UB im Rektorat. Wir haben ihm Fotos vorgelegt und ihn gebeten, eine sprechende Auswahl zu treffen. Sehen Sie selbst.

Das hätten sich die Autoren von damals nicht träumen lassen: Dass man ihre mühevoll handgemalten Werke – und das gilt natürlich auch für die gedruckten späterer Jahrhunderte – in einen digitalen, gleichsam substanzfreien Raum übertragen muss, um ihre Zugänglichkeit zu retten. Ob damit die längerfristige Aufbewahrung einfacher und sicherer (oder günstiger) wird, bleibt noch offen. Für die Forschung ist es jedenfalls ein unschätzbarer Gewinn.

Es ist ein Glücksfall: die Nähe der Bibliothek zum Botanischen Garten. Die beiden sind sich verwandter, als man denken möchte: Vielfalt, Kontemplation, Erkenntnis über die Welt, Abstand vom Alltag prägen beide. Dass man vom einen zum anderen mäandrieren kann, ist ein Wink des Himmels.

Ablenkung oder Konzentrationsübung? So verändern sich Bibliotheken. Längst nicht mehr alle Benutzer*innen brauchen oft physische Bücher, das meiste springt ihnen direkt auf den Bildschirm. Und doch kommen immer mehr Studierende in die UB: für die Konzentration wie für die Ablenkung, für das Soziale, wie um sich zurückzuziehen. Der Mix an Möglichkeiten macht’s offenbar aus.

Dokumente zerstören sich selbst, Geschichte geht unwiederbringlich verloren – das ist beim sogenannten Tintenfrass, der Auflösung von Papier durch bestimmte historische Zusammensetzungen von Tinte, der Fall. Das Phänomen kennt man schon Jahrzehnte, aber in Basel tut man nun etwas gegen den fortlaufenden Zerfall. Ein beunruhigendes Phänomen, aber ein schönes Beispiel der Zusammenarbeit zwischen der UB und der öffentlichen Hand, hier mit Basel-Stadt. Man kann hoffen. Mehr zum Tintenfrassprojekt

Ob vergessen gehen wird, warum eine Bibliothek mehr ist als ein organisierter Büchercontainer? Man merkt es da, wo man selbst einen Bezug hat. Treffen sich Autor*innen und Werke im Bücherregal, treten sie in Dialog, wecken unerwartet Interesse, eben weil man sie neben anderen findet: hier Polnisches, Russisches, Jüdisches, Tschechisches, Historisches, Futuristisches... Viele wichtige Studien wären ohne Zufallsfunde durch Nachbarschaft nicht entstanden.

Eine Zeit des Aufbruchs, der Modernisierung, auch des Wachsens der Unis. Das UB-Gebäude aus den 1960er-Jahren ist heute denkmalgeschützt. Vor allem aber lebt es noch – in seiner hellen, funktionalen, grosszügigen Schönheit. Auch wenn es eng wird und man heute einiges anders bauen würde – wahre Schönheit bleibt. Bauliche Schönheit war immer schon ein zentrales Element des Funktionierens von Bibliotheken.